Art-Deco Teeservice, Voorschoten 1933

Art-Deco Teeservice
3-teilig, 833er Silber
Voorschoten 1933

Kategorie:

Beschreibung

Teeservice, Art Deco
Niederlande

833er Silber, Palisander
3-teilig,
Entw.: Carel J.A. Begeer
Ausf.: Zilverfabriek Voorschoten
Beschau: Gravenhage
Voorschoten 1933
Maße Teekanne: H: 12cm, B:15cm
819g
Vergl. Lit.: Bröhan Museum, „Metallkunst der Moderne“, S. 499

Die Teile des Service ruhen auf einem konisch nach außen laufenden Standring.
Darüber erhebt sich jeweils der weit aufschwingende Korpus, dessen Wandung glatt und schlicht ist. Der obere Teil von Teekanne, Zucker und Sahnegefäß bewegen sich gegensätzlich leicht konisch zur Mitte in getreppter Form.
Die Handhaben von Zucker und Sahnekännchen sind in Palisander gearbeitet und haben eine flache runde Form. Sie umschließen die Montierung am Korpus des jeweiligen Gefäßes. Der Deckel der Zuckerdose hat einen runden Knauf aus Ebenholz. Das Sahnekännchen hat eine angesetzte Schnaupe, die in leichter Bewegung aus dem Korpus ausschwingt.
Die Handhabe der Kanne ist ohrförmig aufgeschwungen, in Palisander gearbeitet und nimmt den leicht volutenförmigen Ansatz der Silbermontierung am unteren Teil des Korpus auf.
Ebenfalls leicht volutenförmig ist die Schnaupe, deren Ausguss aufgeht und so einen sanften Abschluss findet.
Der Deckel der Kanne hat ebenfalls einen runden Knauf, der aus Palisander gearbeitet ist.
Es handelt sich um ein wunderschönes Art-Deco Service, das sehr elegant und schlicht ist. Es ist eine Augenweide für jede Teestunde und eignet sich hervorragend für den täglichen Gebrauch.

 

Van Kempen & Begeer, Hoflieferant – Gründung des Unternehmens in Utrecht

Der Gründer des Unternehmens war Johannes Mattheüs van Kempen, geboren 1764 in Utrecht. 1789 wurde er als Meister in die Gilde der Silberschmiede aufgenommen. Seine Söhne Pieter Johannes (1790-1831) und Johannes Mattheüs (1792-1831) traten in die Fußstapfen ihres Vaters als Silberschmiede in Utrecht.

Umzug nach Voorschoten

Seit 1841 ist das Unternehmen berechtigt, das königliche Wappen zu verwenden. Inzwischen hatte der Enkel Johannes Mattheüs van Kempen (1814-1877) die Leitung übernommen. Zusammen mit drei seiner Söhne war er der Gründer und erste Direktor der ‚Koninklijke Nederlandse Fabriek van gouden en zilveren werken J.M. van Kempen & Zonen‘ in Voorschoten. Bei der Eröffnung der neuen Fabrik in Voorschoten im Jahr 1858 wurde dem Unternehmen das Prädikat Royal verliehen.

Fusion im Jahr 1919 und Ausscheiden von Van Kempen im Jahr 1925

1919 entstand durch den Zusammenschluss mit den Unternehmen C.J.A. Begeer und De Fabriek van Gouden en Zilveren Werken voorheen Jac. D. Vos (1876 in Den Haag gegründet) die Kombination Koninklijke Nederlandsche Edelmetaal Bedrijven Van Kempen, Begeer en Vos (K.N.E.B.).

Das Unternehmen konzentrierte sich hauptsächlich auf die Geschäfte – die Produktionsfirma in Voorschoten erhielt den Status eines internen Lieferanten.
Die verschiedenen Bereiche arbeiteten einigermaßen selbstständig. Die Holding hatte elf Direktoren, mit Carel J.A. Begeer als Vorsitzenden.
Im Jahr 1925 verließ Antonius Everdinus van Kempen, Enkel des Gründers, nach einer Reorganisation das Unternehmen und wurde Geschäftsführer bei Gerritsen in Zeist, das seitdem unter dem Namen Gerritsen en Van Kempen firmiert.

Entwicklung 1925-1960

Der Betrieb in Voorschoten wurde als NV Ateliers voor Edelsmeed en Penningkunst Van Kempen en Begeer weitergeführt, während gleichzeitig die Medaillenabteilung der NV Koninklijke Nederlandsche Edelmetaalbedrijven übernommen wurde.
Im Jahr 1927 folgte die Gründung der Hollandsche Kettingfabriek in Voorschoten.

Der Produktionsbetrieb in Voorschoten stand in den ersten Jahren unter der Leitung von Dr. M. Brinkgreve und J.J. Arnold Carl von Weiler; an der Spitze des Stammhauses stand seit 1925 Carel Joseph Anton Begeer, unterstützt von Dirk Vos als Generaldirektor. Die Leistung von Carel J.A. Begeer während der Okkupation kann man gelinde gesagt als ungeschickt bezeichnen: Die Firma überstand diese Zeit mit der Produktion von Surrogatprodukten wie Haushaltsartikeln aus verkupfertem Eisen und versilbertem Zink. Während des Umbaus fand eine Orientierung an der Produktionsfirma statt.
Der Geschäftsbereich De Juweelenfabriek, früher bekannt als Jac. Vos en Co. in ’s-Gravenhage, wurde 1946 an Jac. Vos zurückgegeben. Um ein größeres Sortiment anbieten zu können, wurde 1949 die NV Begeer, Van Kempen en Vos (BKV) Fabricage-, Import- en Groothandelsbedrijf in ’s-Gravenhage gegründet.
1948 übergab Carel Begeer die tägliche Geschäftsführung an seinen Sohn Bas. Er blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1956 als Geschäftsführer beteiligt.

 

Art-Deco Teeservice, Voorschoten 1933
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