Bedeutende Jugendstil- Kanne, Hamburg um 1900

Bedeutende Jugendstilkanne
Hamburg um 1900

Beschreibung

Außergewöhnliche
Niello – Kanne

800er Silber/Lapis
Entw.: Alexander Schönauer
Ausf.: Alexander Schönauer
Hamburg um 1900
H.: 35,5cm, 675g

Die Kanne steht auf einem runden Stand dessen Wandung glatt und schlicht ist. Darüber befindet sich ein eine knospenähnliche Verstärkung, die in einen leicht konischen Korpus übergeht. Der Korpus ist allseitig mit Weinranken-und Trauben in Niello- Technik verziert. Diese befindet sich im sehr guten Zustand und verleiht der Kanne eine wunderschöne Strahlkraft.
Der Deckel ist rund und mit einem blütenartigen Knauf versehen, der abschließend mit einem Lapislazuli- Cabochon geschmückt ist.
Die Handhabe ist am oberen Verlauf des Deckels angebracht und schwingt leicht auf. Der Deckel verfügt direkt über der Handhabe über eine Daumenrast.
Das Innenleben der Kanne ist vergoldet und die Vergoldung befindet sich im hervorragenden Zustand.
Es handelt sich um ein wunderschönes Stück aus der Zeit des Jugendstils. 


Alexander Schönauer (1871-1955)

Früh durch seine künstlerische Begabung aufgefallen siedelte Alexander Schönauer auf Initiative von Justus Brinckmann, Begründer des Museums für Kunst und Gewerbe, 1895 nach Hamburg über und richtete eine eigene Werkstatt ein.Wie einige der von ihm überlieferten Arbeiten dokumentieren, war er ein hochgeschätzter Goldschmied der Stadt Hamburg, der einige Aufträge – zumeist Ehrenpokale – im Namen der Stadt ausführte. Durch das mit Virtuosität angefertigte neue Ratssilber wurde er zum Senatsgoldschmied der Freien und Hansestadt Hamburg ernannt. Verschiedene Ernennungen z.B. zum Mitglied der gewerblichen und künstlerischen Sachverständigenkammer ernannt und Preisverleihungen wie der Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung 1900 spiegeln die ihm und seinen Erzeugnissen entgegengebrachte Wertschätzung wider.

Lit.: E. Schliemann: Die Goldschmiede Hamburgs.

Niello-Verfahren

Niello bezeichnet eine Verzierung auf Silber, die in eingravierten, mit einer schwarzen Farbe ausgefüllten Zeichnungen besteht. Auch die schwarze Farbmasse selbst wird so bezeichnet. Weitere Bezeichnungen sind Blachmal, althochdeutsch für „Schwarzfleck“ – bezogen auf die durchschwefelte Silberschlacke – oder Tula nach der russischen Stadt Tula.

Das italienische Wort Niello leitet sich ab vom lateinischen nigellus, „schwärzlich“. Das Anbringen von Niello heißt niellieren. Der Verfertiger von Niello-Arbeiten wird Nielleur bzw. Niellierer genannt.

Diese Bestandteile sind wiederholt zusammenzuschmelzen, bis die beim Erkalten in Kügelchen zerfallende schwarze Masse ein gleichmäßiges Gefüge zeigt. Dann wird sie zerstoßen und das zu niellierende Metall, welches durch Wasser mit ein wenig Borax angefeuchtet wurde, gänzlich damit bedeckt. Über glühenden Kohlen wird nun das Niello aufgeschmolzen, nach dem Erkalten aber weggeschabt, so dass lediglich noch die vertieften Stellen der Platte davon erfüllt bleiben. Endlich wird das Ganze abgeschliffen und poliert. Dadurch bilden die schwarz ausgefüllten Stellen einen Kontrast zu den glänzenden Metallflächen.

Lit.: Wikipedia.org

 

Bedeutende Jugendstil- Kanne, Hamburg um 1900
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