Bertel Gardberg, Bedeutende Teedose, Turku 1966

Bertel Gardberg
Bedeutende Teedose
Turku 1966

Beschreibung

Bertel Gardberg
Teedose mit Steindeckel

916er Silber, Steindeckel (Irland ?)
Entw.: Bertel Gardberg
Ausf.: Kultateollisuus Ky
Turku 1966
Seltenes Stück
H: 10cm, 190g (Dose ohne Deckel)

Diese Teedose ist ein feines Exemplar des Designs der 1960er  Jahre. Sie ist in 916er Silber gearbeitet und steht auf einem runden, glatten Stand. Der Korpus besteht aus einer zylindrischen Form und hat eine glatte Wandung.  Der Rand ist ein wenig erweitert und verfügt über umlaufend vier, vierkantige Einfassungen. Sie sind der zylindrischen Form des Korpus angepaßt.
In diesen vier überstehenden Einfassungen, befindet sich der aus Naturstein bestehende Deckel. Er ist vierkantig und hat eine leicht gewölbte, glatte Oberfläche.  Er liegt passig in dem oberen Rand und hebt durch den Kontrast von Stein und Silber die Architektur der Dose nochmal heraus. Es ist eine besondere Form und durch die wunderschöne, warme, leuchtende Farbe des Steins wird das Lichtspiel der glatten Wandung der Dose betont. Es handelt sich um ein sehr seltenes Stück, das sich im hervorragenden Zustand befindet. Der Stein, der mutmaßlich aus Irland stammt ist ebenfalls im hervorragenden Zustand.
Diese Dose ist ein wunderschönes Stück, das seinen Besitzer zu jeder Zeit mit Freude erfüllen wird.


Bertel Gardberg (1916–2007)

Bertel Gardberg wurde 1916 in Tammisaari geboren und war mit Erik Gardberg, einem Goldschmied, der von 1829 bis 1854 in Helsinki arbeitete, und Alexander Gardberg, einem Zulieferer von Fabergé, verwandt. Bertels Vater, der Arzt Otto Gardberg, war ebenfalls gelernter Tischler. Seine Mutter war Sally Aschan.

Karriere
In seiner Jugend arbeitete Gardberg auf einem Handelsschiff. Dort lernte er, wie wenig Platz es für bedeutungslose Gegenstände gab. Gardberg fand sein Fachgebiet, als er 1938 als Student des ersten Kurses an der Goldschmiedeschule in Helsinki aufgenommen wurde. Parallel dazu lernte er im Abendkurs des Zentrums für Kunst und Handwerk und im Abendkurs des Berufsbildungsinstituts Metallverarbeitung. Gardberg schloss 1941 die Goldsmith School ab, doch der Fronteinsatz im Winter- und Fortsetzungskrieg verzögerte seine Karriere.

Die dänische Silberschmiedekunst war bekannt, und so ging Gardberg nach Dänemark, um seine Fähigkeiten zu perfektionieren. Er arbeitete dort u. a. mit A. Michelsens Gold- und Silberschmiedewerkstatt und entwarf Schmuckstücke für Georg Jensen. Er nahm aus Dänemark eine hohe Wertschätzung für handwerkliches Können und Qualität mit.

1949 richtete Gardberg sein eigenes Atelier in Helsinki an der Ecke Mannerheimintie und Nordenskiöldinkatu ein. 1955 zog er in die Iso Roobertinkatu, wo sich sein Atelier bis 1966 befand.

Von 1953 bis 1954 arbeitete Gardberg als Designer und schließlich als Chefdesigner der Galeries Lafayette. Für seine Entwürfe von Serviervasen aus Stahl, Besteck und einem Zigarettenetui aus Zinn wurde Gardberg 1954 auf der Triennale in Mailand mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Außerdem gewann er 1957 und 1960 Preise auf der Triennale.

Im Jahr 1960 wurde Gardberg mit dem seltenen Goldenen Ehrenring der Deutschen Goldschmiedekammer ausgezeichnet. 1961 wurde er mit dem Lunning-Preis ausgezeichnet, der renommiertesten Auszeichnung für nordische Designer. Im selben Jahr wurde er auch mit dem Pro Finlandia-Preis ausgezeichnet.

Von 1966 bis 1971 lebte Gardberg in Irland, wo er Mitbegründer und künstlerischer Leiter der Kilkenny Design Workshops war. Während seiner Zeit in Irland arbeitete Gardberg ausgiebig in Stein. Zunächst arbeitete er mit aus Rhodesien importierten Diamanten, doch später, als die Handelsbeziehungen abbrachen, verwendete er hauptsächlich einheimische Steine

Nach seiner Rückkehr nach Finnland im Jahr 1973 ließ sich Gardberg in der Gemeinde Pohja nieder, wo er eine alte Militärkaserne zu einem Haus für seine Familie umbaute. In den 1980er Jahren schuf Gardberg Miniaturskulpturen mit Insektenmotiven, die als Höhepunkt der finnischen Steinkunst gelten.

Gardbergs 101. Jubiläumsausstellung wurde 2017 in Ruuk eröffnet, und die Ausstellung wird im August 2020 in Helsinki zu sehen sein.

Stil
Gardberg entwarf vor allem Besteck (darunter Hackmans Carelia-Besteck) und Kirchenmöbel. Er kombinierte Silber und Stahl mit Stein und Holz. Von Gardberg entworfene Kirchenglocken finden sich in den meisten Kirchen im Raum Helsinki.

(Wikipedia)

 

Bertel Gardberg, Bedeutende Teedose, Turku 1966
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