Eduard Bargheer (1901-1979), Aquarell

Eduard Bargheer
Aquarell auf Papier
„Im Süden“ 1942
signiert u. datiert

Kategorie:

Beschreibung

Eduard Bargheer
Aquarell auf Papier

Eduard Bargheer
Aquarell über Bleistift
Im Süden, 1942
Signiert und datiert unten rechts
Maße: 57x 67cm (Rahmenmaß)

Eduard Bargheer (1901 – 1979)

In Finkenkrug bei Hamburg wird am 25. Dezember 1901 Eduard Bargheer geboren. Bargheer geht, neben seiner Ausbildung als Volksschullehrer, an die Kunstgewerbeschule Hamburg-Lerchenfeld, um dort seine künstlerische Ausbildung zu beginnen. Der Künstler setzt diese Ausbildung 1924 an der Kunstschule Gerda Koppel fort.

Eduard Bargheer entscheidet sich für den Beruf des freien Malers. Bargheers` Frühwerk steht noch unter dem Einfluß des Expressionismus. Der Künstler wird 1929 Mitglied der Hamburger Sezession. Eduard Bargheer besucht 1935 erstmals die italienische Insel Ischia. Vier Jahre später übersiedelt der Künstler für längere Zeit dorthin.
Der Künstler besucht Paul Klee 1935 in Bern. Bergheers Bilder werden in der Folge abstrakter und in ihrer Farbigkeit freundlicher. Eduard Bargheer kehrt 1950 nach Deutschland zurück.

1953 richtet die Kestner-Gesellschaft in Hannover eine erste große Retrospektive aus. Ab 1957 arbeitet der Künstler als Gastdozent an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 1963 geht Bergheer als Professor an der Hochschule der Künste Berlin. An der documenta nimmt der Künstler 1955 und 1959 teil. Eduard Bargheer stirbt in seinem Haus in Hamburg-Blankenese am 1. Juli 1979.

„Eduard Bargheer war in den 1950er Jahren ein in vielen Ausstellungen auch international vertretener Künstler. So war er 1948 an der Biennale in Venedig und 1955 und 1959 an der documenta in Kassel beteiligt.
Sein Werk führte von einem von Edvard Munch beeinflussten expressionistischen Frühwerk nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer abstrahierenden Formsprache.
Abstraktion hieß für ihn Übersetzung eines Seherlebnisses unter Aufgabe perspektivischer Raumillusion in eine zweidimensionale zeichenhafte Darstellung, eine Konzentration auf Wesentliches und Elementares sowie die Sichtbarmachung der verborgenen architektonischen Strukturen des Motivs.
Das dadurch entstehende formale Beziehungsgeflecht wurde vom Künstler selbst als „Gewebe“ bezeichnet. Bedeutete der expressionistische Ansatz des Frühwerks eine Transformation des Gegenstands, könnte man in der Schaffensphase der Nachkriegszeit eher von Transfiguration sprechen, von einer symbolischen Repräsentation der Wirklichkeit.

Charakteristisch für diese Phase ist darüber hinaus eine von ihm in seinen Bildern angestrebte Harmonie von Farbe und Licht, die er vorbildlich in den Aquarellen Paul Klees von der Tunis-Reise 1914 realisiert fand.
Ungegenständliche Richtungen („abstrakte Kunst“) setzten sich nach dem Krieg durch als Ausweis von Befreiung, Westausrichtung und vermeintlicher Progressivität.
Bargheers Arbeiten wurden damals gelegentlich auch als „abstrakt“ eingestuft.

Bargheer war ein Ausnahme-Künstler, dessen Werk so recht in keine der gängigen Schubladen passt.
Mit Künstlern wie ihm fand die Landschafts- und Menschendarstellung der klassischen Moderne eine Fortsetzung. Tendenzen der Dekonstruktion, wie sie in der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts bestimmend wurden, hat er zwar aufmerksam zur Kenntnis genommen, sie waren aber, auf sein künstlerisches Schaffen bezogen, seine Sache nicht. Bei ihm finden sich dagegen durchaus einige Vorstellungen der Postmoderne vorweggenommen.

In einer Ausstellungsbesprechung im „Spiegel“ von Joachim Kronsbein wurde Eduard Bargheer einmal als „Magier im Zwischenreich“ tituliert, womit seine Position gut umschrieben ist: Ein in Teilen Paul Klee nahestehender bildender Künstler in der Mitte des 20. Jahrhunderts im Spannungsfeld von Reproduktion und Imagination, von Vision und Wirklichkeit.“

(Museum Eduard Bargheer)

Eduard Bargheer (1901-1979), Aquarell
Nach oben scrollen