Gemälde, V. Osipow, „Sonne“, Öl auf Leinwand, datiert 1993

Gemälde
V. Osipow, „Sonne“
Öl auf Leinwand
signiert u. datiert
Rußland 1993

Beschreibung

Gemälde
V. Osipow
„Sonne“, Rußland 1993

Gemälde
Öl auf Leinwand
verso kyrillisch signiert und unten links auf der Leinwand
V. Osipow, „Sonne“
Maße:
RM: H: 99cm, B: 79cm
BM: H: 96cm, B: 76cm

Das in kubistischer Malweise ausgeführte Ölgemälde ist verso mit „V. Osipow“ signiert und betitelt. Ebenfalls signiert ist es auf der Leinwand unten links. Dargestellt ist ein tanzender weiblicher Akt, der sich im Goldenen Schnitt der Komposition befindet. Auf der linken Bildseite erscheint eine stilisierte Sonne, nach der das Werk benannt ist. Die Tänzerin scheint diese sanft zu berühren und schafft dadurch eine harmonische Verbindung von Bewegung und Licht.

Rund um Sonne und Figur entfaltet sich ein dynamisches, fließendes und farbintensives Formenspiel, das sich in eindrucksvoller kubistischer Gestaltung präsentiert. Besonders die kräftigen Blau-, Grün- und Gelbtöne verleihen dem Werk eine außergewöhnliche Leuchtkraft und Ausdrucksstärke.

Das Gemälde vermittelt auf eindrucksvolle Weise die Atmosphäre und künstlerische Sprache des frühen 20. Jahrhunderts und verbindet die charakteristische Formensprache des Kubismus mit einer lebendigen, beinahe musikalischen Bildwirkung.

Gerahmt ist das Werk in einem schlichten schwarzen Rahmen, dessen zurückhaltende Gestaltung den Blick des Betrachters ganz auf das Sujet lenkt.

Das Gemälde befindet sich in hervorragendem Zustand.


Kubismus

ist eine Stilrichtung in der Kunstgeschichte. Er entstand aus einer Bewegung der Avantgarde in der Malerei ab 1906 in Frankreich. Seine maßgebenden Gründer sind Pablo Picasso und Georges Braque. Weitere Vertreter sind Juan Gris und die Puteaux-Gruppe, im Besonderen Fernand Léger, Marcel Duchamp und Robert Delaunay, auf den der Orphismus zurückgeht.

Vom Frühkubismus ausgehend entstanden der analytische und der synthetische Kubismus. Der Kubismus löste in Frankreich den Fauvismus ab. Eine eigene Theorie oder ein Manifest besaß der Kubismus nicht. Der Kubismus leitete mit dem Fauvismus die Klassische Moderne ein. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 begann sich die Bewegung aufzulösen.

Aus heutiger Sicht stellt der Kubismus die revolutionärste Neuerung in der Kunst des 20. Jahrhunderts dar. Der Kubismus schuf eine neue Denkordnung in der Malerei. Die Bibliographie zum Kubismus ist umfangreicher als zu jeder anderen Stilrichtung in der modernen Kunst. Der Einfluss kubistischer Werke auf die nachfolgenden Stilrichtungen war sehr groß.[1]

Der Kubismus griff auch auf die Bildhauerei über, so entstand die kubistische Plastik. Weitere Betätigungsfelder fanden die Künstler in der Architektur und der Musik sowie im Film.

Das Wort Kubismus ist abgeleitet von frz. cube bzw. lat. cubus für Würfel. Charles Morice verwendete den Begriff in einem Artikel vom 16. April 1909 im Mercure de France über Bilder Braques aus dem Salon des Indépendants. Louis Vauxcelles etablierte dann den Begriff cubisme in seinem Bericht über die Arbeiten Braques im Salon von 1909. Von nun an wurden die jüngsten Gemälde Pablo Picassos und Georges Braques der neu geschaffenen Stilrichtung zugeordnet.] Nach Angaben von Guillaume Apollinaire hatte zuerst Henri Matisse bei der Betrachtung eines Landschaftsbildes von Braque im Herbst 1908 von „petits cubes“ gesprochen.

Der Galerist und Kunsthistoriker Daniel-Henry Kahnweiler schrieb in seinem 1920 erschienenen Buch Der Weg zum Kubismus, man solle den Namen nicht als Programm auffassen, weil man sonst „zu falschen Schlüssen“ gelange. Der Name und die zu Beginn der Bewegung in Frankreich weit verbreitete Bezeichnung als geometrischer Stil erwuchsen aus dem Eindruck der ersten Betrachter, die in den Gemälden geometrische Formen sahen. Die von Picasso und Braque gewünschte Sehvorstellung bestehe jedoch nicht in geometrischen Formen, sondern in der Darstellung der wiedergegebenen Gegenstände und dem Aufbau des Gemäldes.

Die frühen Bilder und der Begriff selbst erweckten jedoch den Eindruck, dass sich der Kubismus an der geometrisierenden Abstraktion der Form orientiere. Diese Sichtweise wurde durch die Arbeiten der Puteaux-Gruppe unterstützt. So wurde dem Publikum in der Schrift Du cubisme von Albert Gleizes und Jean Metzinger aus dem Jahr 1912 diese eingängigere Vorstellung dargeboten.

Unabhängig davon, wo man den Ursprung des Kubismus ausmacht, hat Pablo Picasso mit seinem großformatigen Gemälde Les Demoiselles d’Avignon (1906–1907) den Grundstein für das kubistische Denken gelegt.

Die Les Demoiselles d’Avignon veränderten Natur und Begriff der Malerei selbst. Zuvor ging es darum, eine Illusion zu schaffen, die die Gegenstände räumlich und plastisch zeigte. Diese Darstellungsweise änderte sich nun. Der Kubismus löste sich von den Fundamenten der bisherigen Malerei. Er kann auf zweierlei Art und Weise gelesen werden:

  1. als endgültiger Bruch. Das kubistische Bild möchte nun nicht mehr die (scheinbare) Welt darstellen. Stattdessen geht es in erster Linie darum, den Raum eines Gemäldes formal zu gliedern und die entstehenden Werte- und Kräfteverteilungen miteinander in Einklang zu bringen.
  2. oder aber er wird als konzeptioneller Bruch mit den seit der Renaissance vorherrschenden Regeln gesehen: Ausschaltung des traditionellen Chiaroscuro, der Perspektive und des geschickten, handwerklichen Pinselstrichs.

Die Entwicklung des Kubismus wird in den kunsthistorischen Rezensionen als das größte Abenteuer der Kunst des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Durch die im Kubismus hervortretende dynamische Entwicklung und Verkettung von Einsichten und Entdeckungen schälte sich allmählich eine visuelle Dialektik für die Kunst des 20. Jahrhunderts heraus. Das wichtige Vermächtnis für die nachfolgenden Generationen liegt in der Umsetzung der Definition der Malerei Leonardos als cosa mentale – Angelegenheit des Geistes – in das 20. Jahrhundert.
(wikipedia)

Gemälde, V. Osipow, „Sonne“, Öl auf Leinwand, datiert 1993
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