Helmut von Kleist, Anhänger, Worpswede 1980er Jahre, -Unikat-

Helmut von Kleist
Anhänger
Worpswede 1980er Jahre
-Unikat-

Beschreibung

Aufwendige Handarbeit
Helmut von Kleist
Worpsweder Künstlerkolonie

750er Gold/
Jade/Peridot/Turmalin/ Rhodochrosit
Entw.: Helmut von Kleist
Ausf.: Helmut von Kleist
Worpswede Künstlerkolonie, wohl 80er Jahre
Handarbeit von hervorragender Qualität
siehe
L. Kette: 43cm, Anh.: 38 x 43mm, 28,6g
-Unikat-

Aufwendig gearbeiteter Anhänger, der aus einer Vielzahl von verschiedenen Edelsteinen besteht. Das Hauptstück ist ein ovaler Rhodochrosit im Cabochonschliff. Er ist in Gelbgold gefaßt, wie die übrigen Steine auch. Seitlich angeordnet sind vier feine Blättchen, die aus Jade gemacht sind. Der Turmalin ist oberhalb des Rhodochrosit angebracht und das Schmuckstück schließt mit einem ovalen Peridot ab.
Darüber fein angeordnet sind filigrane, florale Arbeiten in Gold, die dem Schmuckstück eine stilisierte Blütenform geben.
Die Rückseite ist mit Meisterzeichen und Punze versehen und der Anhänger befindet sich im hervorragenden Zustand und schmückt seine Trägerin zu vielen unterschiedlichen Gelegenheiten.

Helmut von Kleist

ist 1943 in Ostpreussen geboren. Er lebt seit 1957 in Worpswede bzw. Lilienthal.
Nach Erlernen des Goldschmiede-Handwerks, arbeitet Helmut von Kleist als Goldschmied und freischaffender Künstler. Dieses tut er nun seit 1965 in Worpswede.

„Ich empfinde mich, im besten Sinne des Wortes, als Kunsthandwerker. Das künstlerische sind die Ideen, die Ausführung das Handwerk, für mich, die ideale Kombination für schöpferisches Gestalten“.

Helmut von Kleist

Die Worpsweder Künstlerkolonie

Vor dem Ersten Weltkrieg

Das erste Bekanntwerden des Dorfes in kunstinteressierten Kreisen des deutschsprachigen Raums wird dem Bremer Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl zugeschrieben. Im Jahre 1863 bereiste Kohl das Teufelsmoor; seine „Nordwestdeutschen Skizzen“ erschienen ein Jahr später.

Fritz Mackensen lernte während seines Studiums an der Düsseldorfer Akademie die Nichte seiner Wirtin, Emilie („Mimi“) Stolte, kennen. Er begegnete der Tochter des Kaufmanns und damaligen Ortsvorstehers Carl Otto Ferdinand Stolte im Jahre 1884 im Hause ihrer in Düsseldorf lebenden Tante. Mimi Stolte schwärmte dem damals 18-jährigen Kunststudenten voller Begeisterung von den Heide- und Moorlandschaften, den Moorwiesen, dem „Wolkentheater“ und den glühenden Sonnenuntergängen ihrer Heimat im Teufelsmoor vor. Sie lud Mackensen in den damals künstlerisch unbedeutenden und abgelegenen Ort ein, und er folgte der Einladung am 13. September 1884. Auf dem Missionsfest des Sommers 1884 im benachbarten Schlußdorf fand Mackensen das Motiv für sein Monumentalgemälde (knapp 3 × 5 m) Gottesdienst im Freien (zu sehen im Landesmuseum Hannover), das Schlußdorfer im Gebet vertieft zeigt.

1889 beschlossen die Künstler Fritz Mackensen, Hans am Ende und Otto Modersohn, sich dauerhaft in Worpswede niederzulassen. Dieses Jahr wird gemeinhin als Gründungsjahr der Künstlerkolonie angesehen. Modersohn und am Ende, Studienfreunde von Mackensen, waren begeistert von den Möglichkeiten, die das Moordorf mit dem weiten Horizont, den außergewöhnlichen Lichtverhältnissen, der rauen, malerisch noch unerschlossenen Landschaft und der Freilichtmalerei bot. Die Freunde hatten sich von dem Sujet der Studiomalerei, der damals üblichen Arbeitsweise, gelangweilt abgewandt und interessierten sich für die neue, aus Frankreich bekannte künstlerische Arbeitsweise direkt in der Natur.

Es folgten 1893 die Künstler Fritz Overbeck und 1894 Heinrich Vogeler; Carl Vinnen aus Beverstedt schloss sich der Gruppe lose an. Auf der Münchner Jahresausstellung von Künstlern aller Nationen im Münchner Glaspalast zeigten Ende, Mackensen, Overbeck und Vogeler Werke aus Worpswede, wobei Mackensens Gemälde vom Gottesdienst im Freien mit der Goldmedaille 1. Klasse prämiert wurde und die Bekanntheit der Künstlerkolonie begründete.] Paula Becker, die 1901 Otto Modersohn heiratete, kam ab 1898 zur Gruppe, um Malunterricht bei Mackensen zu nehmen.

1895 erwarb Heinrich Vogeler den Barkenhoff, den er im Jugendstil umbaute. Der Barkenhoff wurde Mittelpunkt der Worpsweder Künstlerbewegung. Das schlichte Leben auf dem Land und die norddeutsche Landschaft inspirierten auch Schriftsteller wie Rainer Maria Rilke, so wie dessen spätere Frau, die Bildhauerin Clara Westhoff, und Manfred Hausmann.

Der Kölner Schokoladenproduzent Ludwig Stollwerck engagierte ab 1900 unter anderem auch Worpsweder Künstler für die Gestaltung von Stollwerck-Bildern, -Sammelalben und -Reklame. Hierzu gehörten Otto Modersohn, Fritz Overbeck, Carl Vinnen und Heinrich Vogeler.

Nach dem Ersten Weltkrieg

Mit der Künstlergeneration fand der Expressionismus immer mehr Eingang in die Worpsweder Kunstszene. Bereits 1906 gründete Georg Tappert – später wirkte er in Berlin ab 1910 Neue Secession– in Worpswede eine Malschule. Aber auch in der bildenden Kunst der expressionistischen Bildhauerei, der Architektur und des Kunsthandwerks wurden, so durch Bernhard Hoetger in den frühen zwanziger Jahren neue Akzente gesetzt.

Die Zeit des Nationalsozialismus hatte auch Auswirkungen auf die Künstlerkolonie Worpswede. Bei der Reichstagswahl März 1933 entfielen in Worpswede 66 Prozent der Stimmen auf die NSDAP und die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (Vergleichswert für das gesamte deutsche Reich: 52 Prozent). Die Sozialdemokraten und Kommunisten erhielten dagegen nur 16 Prozent (Vergleichswert: 31 Prozent). Auch viele Künstler, voran Fritz Mackensen und Carl Emil Uphoff, huldigten der völkischen Idee. So wurde Fritz Mackensen in den 30er-Jahren zum örtlichen Vertrauensmann der Reichskulturkammer (RKK) ernannt, während sich Linke wie Heinrich Vogeler und Gustav Regler, der Vogelers Tochter Marie geheiratet hatte, zur Emigration gezwungen sahen. Diese Entwicklung beruhte auf dem Heimat- und Naturkult der Worpsweder Künstler. Er ging letztlich auf „die große konservativ-nationale Strömung der deutschen Geistesgeschichte“ zurück, „an deren Anfang Herder und die Romantiker stehen“, wie der niederdeutsche Sprachforscher Claus Schuppenhauer schreibt. Bis zur „Perversion des unbedingten Glaubens an Rasse, Blut und Boden“, so Strohmeyer/Artinger/Krogmann in ihrer Studie aus dem Jahr 2000, war es da nicht weit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Friedrich Netzel (1854–1931)ein Buchbindermeister schaffte den Worpsweder Künstlern schon früh Raum zur Ausstellung und den Verkauf ihrer Werke. Sein Sohn, Friedrich Netzel (II), richtete 1919 ein eigenes Haus in der „Bergstraße“ als Galerie ein, um die zeitgenössische Kunst auszustellen. Neben dem Kunsthandel entstand eine Kunstsammlung.

Nach dem Tod des Galeristen 1945 führte dessen Ehefrau den Betrieb in den schwierigen Nachkriegsjahren weiter und übergab ihn schließlich dem Sohn Friedrich Netzel (III). Der zeigte neben der eigenen Familiensammlung aus drei Generationen auch Sonderausstellungen, die Worpswede überregionale Bedeutung gaben. So wurde etwa in den Ausstellungen 1972, 1973 und 1989 Heinrich Vogelers Gesamtwerk mit den damals erstmals gezeigten Werken aus dessen sowjetischen Zeit der Öffentlichkeit präsentiert. Dadurch wurde der Ort überregional zunächst als Malerkolonie bekannt.

Aber auch die erste große Ausstellung in Worpswede anlässlich des 100. Geburtstages von Paula Modersohn-Becker im Jahre 1976, sowie eine Ausstellung zur 100-Jahr-Feier des Künstlerdorfes 1989 sind von Bedeutung.

Zwischen den Jahren 2007 bis 2012 taten sich die bis dahin unabhängig wirkenden Museen zu einem Verbund zusammen. Durch Mittel aus einem Förderprogramm der EU wurden die vorhandenen Museumsbauten modernisiert und erweitert, darüber hinaus schlossen sich die vier zentralen Museen zum „Worpsweder Museumsverbund“ zusammen. Sie entwickelten ein gemeinsames inhaltliches Konzept, dass die ursprünglich vier Worpsweder Museum Barkenhoff, Große Kunstschau, Haus im Schluh und Worpsweder Kunsthalle zusammenführte. In Worpswede wurden 1972 Szenen des Theaterstücks Wildwechsel von Franz Xaver Kroetz von Rainer Werner Fassbinder gedreht.

(wikipedia.org)

Helmut von Kleist, Anhänger, Worpswede 1980er Jahre, -Unikat-
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