Silberdose, Hans Przyrembel, vergoldet, Leipzig um 1930

Silberdose mit Chrysoprasen
Hans Przyrembel
Leipzig um 1930

Beschreibung

Silberdose, Hans Przyrembel,
bedeutendes Unikat

830er Silber/Chrysoprase
Entw.: Hans Przyrembel
Ausf.: Hans Przyrembel
Leipzig um 1930
6 x 9 x 5cm, 235g
Unikale Dose mit dem großen Siegel der Vereinigten Staaten von Amerika
Pfeilbündel, Olivenzweig, 13 Sternen.
 Mit dem Zusatz „Handarbeit“
Eine Einzel-Anfertigung wohl für einen US-Diplomaten um 1930

Großes Siegel der Vereinigten Staaten von Amerika

Der Adler hält in seinen Fängen einerseits einen Olivenzweig, andererseits ein Pfeilbündel, was die Bereitschaft zum Frieden, aber auch zum Kampf ausdrücken soll. Symbolisch liegt die Betonung auf dem Olivenzweig, da dieser auf der heraldisch rechten Seite des Siegels steht: In der Heraldik setzt die rechte Seite das positiver Eingeschätzte. In seinem Schnabel trägt er eine Schriftrolle mit der lateinischen Inschrift E pluribus unum („Aus vielen eines“). Dies soll die Vereinigung der dreizehn Kolonien darstellen, die 1776 ihre Unabhängigkeit von Großbritannien erklärten und sich zu den USA zusammenschlossen.

Der Adler schaute auf dem Siegel immer nach rechts. Die Blickrichtung wird in der Blasonierung zwar nicht spezifiziert, doch weil in der Heraldik die Blickrichtung nach rechts die unmarkierte ist, und der Olivenzweig für die rechte Seite bestimmt wurde, kann man annehmen, dass es ursprünglich so gemeint war. Außerdem ist in der Entwurfsskizze Charles Thomsons, der die letzte Fassung des Siegels vorschlug und die Blasonierung verfasste, auch diese Blickrichtung gewählt. Nur auf dem Siegel des US-Präsidenten schaute der Adler früher nach links. Ein Beispiel dafür ist das Emblem auf dem Resolute Desk, dem Schreibtisch im Oval Office. Präsident Truman änderte die Blickrichtung am 26. Oktober 1945, um das Streben der USA nach Frieden zu symbolisieren.

Oberhalb des Adlers sind 13 pentagrammartige Sterne im goldenen Kranz in Form eines Hexagramms auf hellblauem Grund angeordnet. Die Dreizehn als Symbol für die 13 Gründerstaaten der USA findet sich auch in der Anzahl der Pfeile, der Olivenblätter sowie der darauf befindlichen Oliven wieder; der Wahlspruch E pluribus unum hat wie Annuit Coeptis auf der Rückseite 13 Buchstaben. Weiterhin hat der Schild 13 Streifen, sieben weiße und sechs rote – anders als die Flagge der Vereinigten Staaten, die sieben rote und sechs weiße Streifen hat.

Diese Silberdose von Hans Przyrembel ist ein bedeutendes Einzelstück, das wohl im Auftrag für einen US-Diplomaten gefertigt wurde. Der Künstler war Mitglied des Bauhauses. Sie ist mit dem großen Siegel der Vereinigten Staaten von Amerika versehen.
Die Dose hat eine viereckige Form, wobei die Ecken abgerundet sind. Der Deckel ist mit feinen Ziselierungen geschmückt und auch hier findet man das große Siegel wieder. Es ist u. a. unter dem mittleren Chrysopras angeordnet. Die feinen runden Chrysoprase sind mit einer Befestigung versehen, die in Form eines Pentagramms gearbeitet ist. Dieses findet sich auch an den vier Kugelfüßchen, die ebenfalls aus Chrysoprasen bestehen. Die Wandung der Dose ist schlicht und glatt. Sie ist von drei Bändern geschmückt, deren Form an stilisierte Lorbeerkränze erinnert.
Die Oberfläche der Dose ist vergoldet und diese Vergoldung ist auch noch gut erhalten. Der Deckel läßt sich nach oben öffnen und das Innenleben ist mit Samt ausgekleidet.
Dieses  Stück ist einzigartig und wurde zu einem bestimmten Anlass gefertigt. Es befindet sich im hervorragenden Originalzustand und ist eine sehr bedeutende Ergänzung für Sammler der Bauhaus-Zeit.


Hans Przyrembel (1900-1945)

Hans Przyrembel studierte von 1924 bis 1928 am Bauhaus und arbeitete dort in der Metallwerkstatt. Seine Ausbildung dort begann mit dem Vorkurs bei László Moholy-Nagy; sein Gesellenstück als Silberschmied, eine Kanne, fertigte er 1928 in der Metallwerkstatt an. In den letzten beiden Jahren am Bauhaus arbeitete er bei der Gestaltung von modernen Lampen eng mit Marianne Brandt zusammen. Dann übernahm er Wolfgang Tümpels Werkstatt in Halle und arbeitete mit dem bisherigen Inhaber zusammen, ehe er sich 1929 eine eigene Werkstatt in Leipzig aufbaute.[4] Dort schuf er Lampen und andere Geräte. 1932 legte er die Meisterprüfung als Gold- und Silberschmied ab.

Silberdose, Hans Przyrembel, vergoldet, Leipzig um 1930
Nach oben scrollen