Beschreibung
Finnisches Zucker & Sahneset
von Bertel Gardberg
Finnisches Zucker & Sahneset
916er Silber
Entw.: Bertel Gardberg
Ausf.: Kultateollisuus
Turku 1964
Sahnegießer: H: 8cm, Ø: 8,8cm (ohne Handhabe)
Zuckerschale: H: 4,7cm, Ø: 8,8cm (ohne Handhabe)
Gewicht: 286g
Dieses finnische Zucker- und Sahneset wurde von dem renommierten Designer Bertel Gardberg entworfen und von Kultateollisuus gefertigt. Beide Stücke stehen auf einem flachen Standfuß und überzeugen durch ihren schlichten, runden und zylindrischen Korpus mit sanft gebürsteter Oberfläche – ein zeitloses Design, das Eleganz und Funktionalität perfekt vereint.
Besonders ins Auge fallen die markanten Handhaben: Sie bestehen aus einem vierkantigen, ovalen Ring, dessen Ausläufer parallel am Korpus angebracht sind. Diese charakteristische Formgebung verleiht dem Set seine skulpturale Ausstrahlung und macht es zu einem echten Blickfang.
Der vierkantige, leicht überstehende Rand bildet einen harmonischen Abschluss und schafft einen fließenden Übergang zu den Handhaben. Die klare Linienführung und die ausgewogene Proportionierung spiegeln das typische Designverständnis der Zeit wider.
Dieses Set ist nicht nur ein elegantes Dekorationsobjekt, sondern auch im täglichen Gebrauch hervorragend geeignet. Es fügt sich mühelos in verschiedenste Einrichtungsstile ein und verleiht jeder Tischdekoration eine besondere Note.
Beide Stücke befinden sich in hervorragendem Zustand – ein seltenes, stilvolles Ensemble für Liebhaber skandinavischen Designs und hochwertige Sammlerobjekte.
Bertel Gardberg (1916–2007)
Bertel Gardberg wurde 1916 in Tammisaari geboren und war mit Erik Gardberg, einem Goldschmied, der von 1829 bis 1854 in Helsinki arbeitete, und Alexander Gardberg, einem Zulieferer von Fabergé, verwandt. Bertels Vater, der Arzt Otto Gardberg, war ebenfalls gelernter Tischler. Seine Mutter war Sally Aschan.
Karriere
In seiner Jugend arbeitete Gardberg auf einem Handelsschiff. Dort lernte er, wie wenig Platz es für bedeutungslose Gegenstände gab. Gardberg fand sein Fachgebiet, als er 1938 als Student des ersten Kurses an der Goldschmiedeschule in Helsinki aufgenommen wurde. Parallel dazu lernte er im Abendkurs des Zentrums für Kunst und Handwerk und im Abendkurs des Berufsbildungsinstituts Metallverarbeitung. Gardberg schloss 1941 die Goldsmith School ab, doch der Fronteinsatz im Winter- und Fortsetzungskrieg verzögerte seine Karriere.
Die dänische Silberschmiedekunst war bekannt, und so ging Gardberg nach Dänemark, um seine Fähigkeiten zu perfektionieren. Er arbeitete dort u. a. mit A. Michelsens Gold- und Silberschmiedewerkstatt und entwarf Schmuckstücke für Georg Jensen. Er nahm aus Dänemark eine hohe Wertschätzung für handwerkliches Können und Qualität mit.
1949 richtete Gardberg sein eigenes Atelier in Helsinki an der Ecke Mannerheimintie und Nordenskiöldinkatu ein. 1955 zog er in die Iso Roobertinkatu, wo sich sein Atelier bis 1966 befand.
Von 1953 bis 1954 arbeitete Gardberg als Designer und schließlich als Chefdesigner der Galeries Lafayette. Für seine Entwürfe von Serviervasen aus Stahl, Besteck und einem Zigarettenetui aus Zinn wurde Gardberg 1954 auf der Triennale in Mailand mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Außerdem gewann er 1957 und 1960 Preise auf der Triennale.
Im Jahr 1960 wurde Gardberg mit dem seltenen Goldenen Ehrenring der Deutschen Goldschmiedekammer ausgezeichnet. 1961 wurde er mit dem Lunning-Preis ausgezeichnet, der renommiertesten Auszeichnung für nordische Designer. Im selben Jahr wurde er auch mit dem Pro Finlandia-Preis ausgezeichnet.
Von 1966 bis 1971 lebte Gardberg in Irland, wo er Mitbegründer und künstlerischer Leiter der Kilkenny Design Workshops war. Während seiner Zeit in Irland arbeitete Gardberg ausgiebig in Stein. Zunächst arbeitete er mit aus Rhodesien importierten Diamanten, doch später, als die Handelsbeziehungen abbrachen, verwendete er hauptsächlich einheimische Steine
Nach seiner Rückkehr nach Finnland im Jahr 1973 ließ sich Gardberg in der Gemeinde Pohja nieder, wo er eine alte Militärkaserne zu einem Haus für seine Familie umbaute. In den 1980er Jahren schuf Gardberg Miniaturskulpturen mit Insektenmotiven, die als Höhepunkt der finnischen Steinkunst gelten.
Gardbergs 101. Jubiläumsausstellung wurde 2017 in Ruuk eröffnet, und die Ausstellung wird im August 2020 in Helsinki zu sehen sein.
Stil
Gardberg entwarf vor allem Besteck (darunter Hackmans Carelia-Besteck) und Kirchenmöbel. Er kombinierte Silber und Stahl mit Stein und Holz. Von Gardberg entworfene Kirchenglocken finden sich in den meisten Kirchen im Raum Helsinki.
(Wikipedia)









